Rückenprobleme durch Bürostuhl + Tisch

Ein rückengerechter Stuhl macht den täglichen Sitzmarathon erträglich.

(dgk) Was mit der Schule beginnt, setzt sich später im Erwachsenenalter fort – der Tagesablauf wird überwiegend von sitzenden Tätigkeiten bestimmt. Der Wandel der Industriegesellschaft in eine Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir bis zu zehn Stunden am Tag sitzend verbringen – mit den bekannten Folgen für den Rücken.
Der durchschnittliche Büromensch sitzt während seines Arbeitslebens etwa 80.000 Stunden am Schreibtisch; die Schulzeit, auf oft dürftigen Stühlen, inbegriffen. Und ein Ende des »Vielsitzens« ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Zahl von Sitzarbeitsplätzen nimmt weiter zu. In Deutschland gibt es allein mehr als 24 Millionen Bildschirmarbeitsplätze, die seit dem Jahr 2000 bestimmten, in einer EU-Richtlinie festgelegten, Mindestanforderungen unterliegen. Darin wird genau geregelt, wie der Arbeitsplatz mit Tisch und Stuhl, Hardware und anderen Arbeitsmitteln aussehen muss, um Gesundheitsgefährdungen vorzubeugen. Sogar die Arbeitsplatzumgebung wird beschrieben. Dies war angesichts hoher Krankheitszahlen auch dringend notwendig. Arbeitsmediziner und Ergonomen konnten in wissenschaftlichen Untersuchungen nachweisen, dass die Belastung der Rückenmuskulatur und der Bandscheiben entscheidend von der Ergonomie-Qualität des Arbeitsplatzes abhängt. Der Stuhl ist dabei ein zentrales Arbeitsgerät.

Wer falsch sitzt, arbeitet schlecht.

Typisches Sitzhaltungsbild bei der Arbeit am Bildschirm ist der Rundrücken, verbunden mit einer zwanghaften Überstreckung der Halswirbelsäule beim Blick geradeaus. Die Risiken dieser krankmachenden Sitzhaltung liegen auf der Hand: Die Bandscheiben werden vor allem im Bereich der besonders anfälligen Lendenwirbelsäule fehlbelastet. Dazu kommt noch die hohe Belastung der Gelenke im Halsbereich. Verursacht vor allem durch die Fehlstellung der Zwischenwirbelgelenke im Übergang von Brust- und Halswirbelsäule. Dies kann sogar zu Dauerschäden führen.
Ungünstige Arbeitshaltungen binden bis zu 40 % der persönlichen Leistung, wenn unphysiologisches Sitzen nicht aktiv korrigiert wird. Bessere Sitzbedingungen könnten diese brachliegende Leistungskapazität freisetzen. Eine Umfrage ergab, dass zum Beispiel 71,8 % der Mitarbeiter/innen an Bildschirmarbeitsplätzen über körperliche Beschwerden klagen. Durch die Auswahl eines geeigneten Sitzmöbels ließe sich hier wirksam vorbeugen.

Der klassische ergonomische Bürostuhl

Der Bürostuhl ist ein Arbeitsgerät, von dessen sinnvoller Gestaltung und Nutzung unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit in hohem Maße abhängt. Ein individuell angepasster klassischer Bürostuhl soll die Wirbelsäule stützen, wechselnde Arbeitshaltungen ermöglichen und dadurch die Leistungsbereitschaft fördern.
Folgende Anforderungen sind an einen guten Bürostuhl zu stellen:

  1. Die anatomisch geformte Sitzfläche sollte gewährleisten, dass man auch beim Zurücklehnen nicht aus dem Sitz herausrutscht und die richtige Beckenstellung einnimmt.

  2. Eine abgerundete Vorderkante vermeidet Druck auf die Oberschenkel.

  3. Zwischen der abgerundeten Sitzvorderkante und den Kniekehlen sollte mindestens zwei bis drei Fingerbreit Raum frei sein, um die Durchblutung der Beine nicht zu behindern.

  4. Der Stuhl sollte über eine Abfederung der Sitzfläche verfügen, um die Wirbelsäule beim Hinsetzen vor einer Stauchung zu schützen. Die Federung sollte auch noch in der unteren Sitzposition funktionieren.

  5. Die Sitztiefe darf nicht zu groß sein, damit der Kontakt zur Rückenlehne nicht verloren geht. Um den unterschiedlichen Oberschenkellängen der Nutzer gerecht zu werden, ist eine Sitzflächenverstellung (z. B. durch einen Schiebesitz) sinnvoll.

  6. Damit beim Sitzen das Becken nicht nach hinten kippt, muss es durch eine entsprechende Wölbung der Rückenlehne am Beckenkamm abgestützt werden; entweder mit einem in der Lehne integrierten Verstellmechanismus oder einer höhenverstellbaren Lehne.

  7. Die Rückenlehne sollte so hoch wie möglich sein, damit die Brustwirbel beim Zurücklehnen entlastet werden. Die Mindesthöhe beträgt 45 cm von Sitzfläche bis Lehnenoberkante.

  8. Der Anlehndruck der Rückenlehne sollte individuell regulierbar sein und möglichst über mechanische Federkraft erfolgen.

  9. Wichtig ist auch eine Synchronverstellung von Sitzfläche und Rückenlehne. Sie verändert den Öffnungswinkel zwischen beiden Teilen in einem körpergerechten Verhältnis.

  10. Vorteilhaft sind darüber hinaus Armlehnen. Sie unterstützen das rückengerechte Hinsetzen und Aufstehen und entlasten zumindest zeitweise die Schultergürtelmuskulatur. Die Armlehnen sollten so breit sein, dass der Unterarm bequem aufliegen kann und nicht seitlich abrutscht. Optimal ist es, wenn die Armlehnen höhen-, breiten- und tiefenverstellbar sind.

  11. Alle Bedienelemente sollten leicht zu handhaben und ohne „Körperakrobatik“ zugänglich sein.


Das nach vorne gebeugte Sitzen wird zwar subjektiv als besonders bequem empfunden, belastet die Wirbelsäule aber am meisten. Aufrechtes Sitzen entlastet sie dagegen, beansprucht allerdings die Rückenmuskulatur stärker. Am wenigsten schadet die zurückgelehnte Sitzhaltung, weil sie die Bandscheiben am wenigsten belastet. Doch auch sie sollte nicht zu lange eingenommen werden. Deshalb fordern Experten das dynamische Sitzen, bei dem häufig die Sitzpositionen gewechselt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Stuhl alle Bewegungen mitmacht. Dann kann man sich bequem nach hinten lehnen, mal recken und strecken, nach vorne neigen, aufrecht sitzen und sich drehend nach links oder rechts bewegen. Und die Wirbelsäule ist dabei stets abgestützt, wenn die goldene Regel »Hintern hinten!« beachtet wird. Denn die Sitzfläche muss in jeder Lage vollständig besessen werden.

Weitere Informationen zur Ergonomie im Alltag finden Sie in dem Buch „Was für den Rücken gut ist“ (ISBN-13: 978-3932091926, 5,- Euro) sowie im Internet www.forum-schmerz.de

Sitzen Sie gut?

Neueste Erkenntnisse stellen bisherige Sitz-Empfehlungen auf den Kopf. Gab es bislang zahlreiche Empfehlungen für die diversen Abstützungen des Körpers beim Sitzen durch Arm- und Rückenlehnen, weiß man heute, dass das die unerwünschte Passivität der Wirbelsäule unterstützt. Dem Körper wird über Stunden eine Haltung vorgeschrieben, eigene Muskelaktivitäten werden unterbunden.

Genau das Gegenteil ist heute als richtig erkannt: Es gibt nicht die richtige Sitzhaltung, sondern es kommt auf einen möglichst häufigen Wechsel der Sitzpositionen an. Mit einem Wort: Die richtige Sitzhaltung ist immer die nächste. Dadurch wird eine einseitige Belastung von Muskeln und Bändern verringert und eine  Überbeanspruchung vermieden, Verspannungen und Rückenproblemen wird durch derart dynamisches Sitzen entgegen gewirkt.

Kriterien an einen dementsprechenden Sitz sind also:

Ihr Stuhl sollte soviel Bewegung ermöglichen und am besten aktiv fördern, wie es geht. Eine Sitzfläche, die sich Ihren Gewichtsverlagerungen anpasst ist gut. Ein Sitz, der zusätzlich Ihr Gewicht abfedert ist noch besser. Die Sitzfläche sollte abgerundet sein, damit der Rückfluss des Blutes zum Herzen nicht behindert wird. Der Sitz sollte die richtige Beckenstellung allzeit gewährleisten und es dadurch der Wirbelsäule erleichtern, ihre natürliche Doppel-S-Form einzunehmen. Der Sitz sollte sich in der Höhe an Ihre Körpergröße anpassen lassen. Auf Rollen kann verzichtet werden, um mehr Anreize zu häufigerem Aufstehen und damit zu erneuter Aktivität zu geben.

Fitness und Gesundheit durch Bewegung?

Warum müssen wir auf unsere Wirbelsäule achten?

Unsere Wirbelsäule ist «bewegungsbedürftig», d.h. sie kann sich nicht nur – sie muss sich bewegen. Wird ihr diese Aktivität fortgesetzt versagt, kommt es zu dauerhaften Schädigungen. Schuld daran ist unsere aufrechte Haltung. Aus einer gleichmäßig brückenförmigen Biegung der Wirbelsäule bei Vierbeinern ist unsere doppel-S-förmig gebogene Wirbelsäule entstanden. Stabilisiert wird diese durch eine Gegenbiegung (Lordose) in der Lendenregion. Der Mensch hat dafür einen hohen Preis bezahlt! Gerade in diesem Bereich treten massive Beschwerden auf, die durch starres und lang andauerndes Sitzen gefördert werden.

Was können wir gegen die Beschwerden tun?

Bewegungen jeder Art, welche die Rückenmuskeln stärken, die Bandstrukturen der Wirbelsäule festigen und die Bandscheiben abwechselnd be- und entlasten, sind die Voraussetzung für ein langes Gesunderhalten der Wirbelsäule. Dazu bedarf es keines gezielten sportlichen Trainings. Regelmäßiges flottes Bewegen mit gutem Schuhwerk und auf nicht allzu hartem Boden ist ausreichend.

Wie können wir beruflich gefordertem lang andauerndem Sitzen entgegenwirken?

Der Sitzvorgang sollte häufig unterbrochen werden. Gar nicht so einfach! Telefon und Aktenablage sind in der Regel direkt greifbar. Büroeinrichter sind stolz darauf, dies so arrangiert zu haben. Deshalb ist weder Lust noch Zeit für eine solche Unterbrechung vorhanden. Bleibt also noch die Frage nach einem Bürostuhl, der die Wirbelsäule möglichst wenig belastet.

Wie muss ein solches Sitzmöbel beschaffen sein?

Der Stuhl muss «dreidimensionales Sitzen» ermöglichen. Eine feste Verbindung von Stuhlgestell und Stuhlsitzfläche erfüllt diese Bedingung nicht. Ebenso wenig wie Synchronmechanismen. Einzig die Entkoppelung des Sitzes vom Gestell gewährt eine solche Freiheit. Der Aktiv-Sitz „swopper“ erfüllt diese Bedingungen auf ideale Weise. Der Körper kann auch beim Sitzen reflektorisch über die Muskulatur des Rückens und der Beine - ähnlich wie beim Laufen - im dynamischen Gleichgewicht gehalten werden. Dadurch ergeben sich folgende Vorteile:

  1. Durch ständige reflektorische Bewegung wird der muskuläre Halteapparat stabilisiert und gestärkt. Ebenso die antagonistischen Bauchmuskeln.

  2. Die Haltung wird verbessert.

  3. Außerdem sorgt regelmäßige Bewegung der Wirbelsäule für Durchblutung der Rückenmuskulatur.

  1. Vor allem werden so die Bandscheiben entlastet und ernährt. Bei Entlastung wird Gewebsflüssigkeit und mit ihr die notwendigen Nährstoffe eingesogen. Bei Belastung wird ballaststoffhaltige Flüssigkeit herausgepresst.

  2. Länger andauernde, einseitige Belastungen unterbleiben, mit dem Erfolg, dass vor allem die besonders schmerzhaften Beeinträchtigungen durch Zugspannungen vermieden werden.

  3. Zusätzlich wird durch ständige Bewegung der Wirbelsäule das Gehirn mehr durchblutet, weil die Beanspruchung das Wahrnehmungs- und Bewegungszentrum im Gehirn anregt und somit die Konzentrationsfähigkeit und Leistungsbereitschaft erhöht.

  4. Da der Bauchraum nicht ständig eingeengt ist, wird auch die Atmung vertieft und das Kreislaufsystem und die Verdauung gefördert.

Akademischer Direktor in Ruhe, DR. GÜNTER VOGEL - Industrieanthropologe

Fitness im Büro hilft Fehlzeiten zu senken

Krankheitsbedingte Fehlzeiten stellen eine erhebliche Kostenbelastung für die Unternehmen dar. Im Jahr 2002 waren in der deutschen Wirtschaft 491 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage zu verzeichnen, die nach Schätzung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 69,53 Milliarden DM verursachten.

Diese Zahlen und Fakten der Allgemeinen Ortskrankenkasse AOK zeigen deutlich, wie stark Betriebsärzte und Gesundheitsbeauftragte hier mit all ihrem Fachwissen und ihrer Kreativität gefragt sind, um immer neue Möglichkeiten zu effizienterem Gesundheitsmanagement anzubieten und durchzusetzen. Denn, so die AOK weiter: Beispiele aus vielen Unternehmen zeigen, dass sich der Krankenstand durch gezielte Gesundheitsförderungsprogramme senken lässt und beachtliche Summen eingespart werden können.

Das Hauptproblem: Rückenschmerzen.

Den größten Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage stellen die Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates dar – also Rückenschmerzen – hauptsächlich verursacht durch zu langes, starres Sitzen. In  Zahlen: Mindestens 80 % der Bevölkerung leiden unter Rückenschmerzen. Rund 80.000 Stunden eines Arbeitslebens werden heute im Sitzen verbracht. Zusammen mit den Sitzanteilen in der Freizeit verbringt der Mensch ca.85 % des Tages sitzend.

Fitness und Bewegungsförderung wird in vielen Firmen daher groß geschrieben: Die BMW AG zum Beispiel hat einen eigenen Fitness-Club. Bei der Allianz können Mitarbeiter ab 40 Jahren Gesundheitsseminare besuchen. Siemensianer können in der Gleitzeit an Sonderkursen wie Rückenschule, Schulter- oder autogenes Training teilnehmen und die Stadtwerke München bieten außer Kooperationen mit Fitnesscentern auch bezuschusste Massagen in einem speziellen Fitnessraum an.

Unkonventionell und effektiv:  anders sitzen!

Aber: Fitnessförderung geht auch anders. Sie kann schon beim Sitzen anfangen! Aktiv-dynamisches Sitzen heißt hier die Lösung, also Sitzen in Bewegung. Die meiste Bewegung beim Sitzen bietet der innovative Aktiv-Sitz „swopper“ mit seiner einzigartigen Fähigkeit, sich in drei Dimensionen den Bewegungen des Sitzenden anpassen zu können. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass man sich auf dem „swopper“ mehr als doppelt soviel bewegt wie beim herkömmlichen Sitzen. Das aktiv-dynamische Swoppen hält  automatisch die Bauch- und Rückenmuskeln aktiv, sorgt für eine natürliche Haltung, fördert die Elastizität der Bandscheiben, erhält die Beweglichkeit der Gelenke, hält den Kreislauf fit und macht dazu noch Spaß. Und das wiederum fördert Motivation, Konzentration und Leistungsfähigkeit.

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung des Top 100-Unternehmens
aeris-Impulsmöbel gestaltet.
www.aeris.de

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