Steh+Sitz Konzepte für mehr Bürodynamik

Warum sind lange Flugreisen so belastend? Warum haben wir bei langen Autofahrten das dringende Bedürfnis uns die Füße zu 'vertreten'? Warum ist es so angenehm nach dem Theaterbesuch endlich die Beine strecken zu können?

Ganz klar: Sitzen ist eine einseitige und sehr statische Zwangshaltung, die unseren Bewegungsapparat um so mehr 'lähmt' je länger sie eingehalten wird.

Auch und gerade das Sitzen bei der Büro- und Bildschirmarbeit ist ein echter Risikofaktor. Konzentrierte Rechnerarbeit verlangt pausenlos Entscheidungen. Häufig wird hier sehr lange, konzentriert und mit hoher Fixierung auf den Bildschirm gearbeitet und das Pausenbedürfnis unbewusst unterdrückt, bis man beim Aufstehen dann merkt, dass die Gliedmaßen längst 'eingerostet' sind.

Es ist davon auszugehen, dass Bürositzen zu einem hohen Anteil Mitverursacher der immer weiter zunehmenden Volkskrankheit Rückenschmerzen ist. Es ist höchste Zeit, dass wir dem in unserer Bürowelt auf breiter Front entgegenwirken. Zum Einen mit wirklich allen verfügbaren technischen Hilfsmitteln - da gibt es eine ganze Reihe - und zum Zweiten über die Sensibilisierung von Planern, Entscheidern und 'Betroffenen'. Gerade bei Letzteren muss das Problembewusstsein geschärft und zur aktiven Nutzung von - oft schon vorhandenen - guten und wirksamen Hilfsmitteln motiviert werden.

Die menschliche Wirbelsäule- ein Meisterwerk der Evolution. Die Problemstellungen des aufrechten Ganges hat sie eine Million Jahre grandios gelöst. Zum Stillsitzen ist sie allerdings nicht ausgelegt, auf die einseitigen Belastungen des Dauersitzens vor dem Computer reagiert sie mit Schmerz. Speziell die Bandscheiben brauchen die Bewegung. Ohne sie trocknen sie aus und werden dadurch unflexibel. Die Wirbelkörper und das hochsensible Nervensystem in der Wirbelsäule kommen zu Schaden, ein schmerzender Rücken ist Alltag für hunderttausende von ‘Büromenschen‘. Wirkungsvolle Abhilfe: Bewegungspausen und wechselnde Arbeitshaltungen an einem Bildschirmarbeitstisch, der sich bis zur Stehhöhe verstellen lässt.

Der regelmäßige, ungezwungen-spontane Wechsel zwischen Sitzen und Stehen hat eine ganze Reihe von positiven Auswirkungen:

  1. Kreislauf, Muskulatur und Wirbelsäule werden signifikant entlastet, die

  2. bekannten Nachteile des Bewegungsmangels, gerade an Rechnerarbeitsplätzen, werden so deutlich abgemildert.

  3. Das allgemeine körperliche Wohlbefinden und damit auch die mentale Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit verbessert sich spürbar.

  4. Stress, der durch permanente körperliche Unterforderung entstehen kann, wird wirksam vorgebeugt.

Die Vorteile des höhenverstellbaren Arbeitstisches, bei dem die gesamte Arbeitsfläche einschließlich aller Arbeitsmittel (Tastatur, Monitor, Vorlagen usw.) auf Stehhöhe gebracht werden kann, gegenüber anderen Steh-Sitzkonzepten:

  1. Im Stehen kann ganz 'normal' weitergearbeitet werden, das Tätigkeitsspektrum ist nicht eingeschränkt, die gesamte Arbeitsfläche steht zur Verfügung.

  2. Der Haltungswechsel ist jederzeit möglich und muss nicht durch äußere Einflüsse 'angestoßen' werden.

  3. Die Bewegungsmöglichkeiten im Stehen sind größer.
    Der höhenverstellbare Tisch bietet auch im Sitzen die Möglichkeit verschiedene Arbeitshöhen zu nutzen.

  4. Der integrierte Sitz-Steh-Arbeitsplatz ist im Vergleich zum herkömmlichen Arbeitsplatz mit additiver Stehlösung die kostengünstigere Lösung.

Die Top-Qualitätskriterien für höhenverstellbare Steh-Sitz-Tische:

  1. Verstellbereich

  2. Verstellgeschwindigkeit

  3. Geräuschentwicklung

  4. Technikintegration

Die Abbildungen zeigen Arbeitsplatzbeispiele aus den ergodynamischen Arbeitsplatzsystemen GO²move und H.E.L.O.S des Wiesenfelder Büromöbelherstellers Leuwico.

Hier überzeugen enorme Verstellmöglichkeiten und bequeme Bedienbarkeit ebenso wie das hervorragende Preis-/Leistungsverhältnis.

Dynamik über den Stuhl hinaus

Arbeitstisch und Stuhl – Maximale Bewegungsfreiheit für den Nutzer

Dynamisches Sitzen ist eine wichtige Errungenschaft jahrzehntelanger Sitzforschung und gehört heute zum 'guten Ton' sozusagen. Die kontinuierliche Entwicklungsarbeit der Stuhlhersteller hat sehr gute Sitztechnik schon in den mittleren Preisgruppen etabliert.

Bewusstes und dynamisches Sitzen ist sicher sehr wichtig, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass wir generell zuviel sitzen. Wer heute bei der Arbeitsgestaltung im Büro wirklich gut sein will, muss also mehr bieten.

Der ganze Arbeitsplatz ist als dynamische Einheit zu sehen, aus spontan verstellbarem Arbeitstisch, der zu häufigen Haltungswechseln animiert und einem Stuhl, der das bewegte Sitzen optimal unterstützt. Möbelsysteme, die ein Eingehen auf individuelle Bedürfnisse zulassen durch individuelle Verstellbarkeit und durch freie, flexible Anordnung der Arbeitsplatzmodule, sind gefragt.

Alle Arbeitsplatzkomponenten und die Arbeitsorganisation sollten auf Abwechslung ausgerichtet sein. Häufige, spontane Haltungs- und Belastungswechsel, insbesondere zwischen Sitzen, Stehen und Gehen sind ideal.

Steh+Sitz - Standard in Skandinavien, Luxus im Resteuropa?

In diesem Zusammenhang wird sich in den nächsten Jahren der höhenverstellbare Steh-Sitz-Arbeitstisch weiter durchsetzen. Die Haltungsvariabilität zwischen Stehen und Sitzen ist einfach ungleich größer als zwischen den verschiedenen Sitzhaltungen. Aufstehen stimuliert das Herz-Kreislaufsystem, entlastet die Bandscheiben und bewegt die Haltungsmuskulatur.

In Skandinavien, wo Gesundheitsbewusstsein und Arbeitsplatzergonomie traditionell besonders ausgeprägt sind, werden schon heute weit mehr als die Hälfte aller neu eingerichteten professionellen Büroarbeitsplätze mit Steh-Sitz-Lösungen ausgestattet. Bei uns dagegen hat die Steh-Sitz-Verstellung für viele Entscheider noch den Luxus-Touch.

Aus dieser Ecke muss dieses so wichtige Produktfeature schnellstens befreit werden. Im Rahmen der Arbeitsplatz-Gesamtkosten für das System Tisch - Stuhl - Schrank spielen die Zusatzkosten, die auf die Steh-Sitz-Verstellung entfallen, eine untergeordnete Rolle (wobei nicht mal die bekannte Relation zu den Raum- und Personalkosten herhalten muss).

Der höhenverstellbare Arbeitstisch ist dem beigestellten Stehpult oder anderen starr-fixierten Lösungen um Längen überlegen. Der Wechsel kann spontan mit Rechner und allen anderen Arbeitsmitteln erfolgen und bleibt nicht auf bestimmte Tätigkeiten, wie z.B. am Stehpult telefonieren oder nachdenken beschränkt. Ideal sind 3 bis 4 Haltungswechsel pro Stunde. Die Stehphasen sollten im Idealfall zwischen 10 und 15 Minuten andauern. Diese Angaben sind als Richtwerte zu verstehen, generell gilt: Häufige Haltungswechsel – je nach Lust und Laune.

Verstellung 'by hand' - so einfach wie Aufstehen und Hinsetzen

Dieses 'nach Lust und Laune' funktioniert um so besser, je spontaner und natürlicher der Verstellvorgang selbst empfunden wird. Dazu muss die Tischtechnik passen, die Verstellung spontan und leicht bedienbar sein. Deshalb ist in den allermeisten Fällen unter 'normalen' Randbedingungen eine manuell bedienbare Verstellung einer motorischen vorzuziehen. Ein Handgriff - so einfach wie Aufstehen und Hinsetzen - genügt und die Arbeitsfläche ist in der nächsten Wunschposition. Höhenanzeigen sind überflüssig, da es keine falschen Höhen gibt, sondern nur solche, die zu lange beibehalten werden.

Eine motorische Verstellung ist dann zu empfehlen, wenn große oder häufig wechselnde Zusatzgewichte mit verstellt werden müssen. Entscheidende Qualitätskriterien für die Motorlösungen sind die Verstellgeschwindigkeit und die Geräuschentwicklung.

Perfekte Technikintegration als Selbstverständlichkeit

Bezüglich der Integration von Rechner und anderer Hardware dürfen bei einem Arbeitstisch mit Höhenverstellung natürlich keine Abstriche gemacht werden. Sorgfältige Verkabelung ist sogar noch wichtiger als beim herkömmlichen Schreibtisch.

Die beim Verstellvorgang mitbewegten Kabel müssen perfekt geführt werden, um jede Gefährdung zu vermeiden. Hier sind die Tisch-Hersteller genauso in der Pflicht, wie die Nutzer. Die einen müssen praxisgerechte, einfache und doch absolut sichere und zuverlässige Hilfsmittel anbieten und die anderen müssen diese Hilfsmittel konsequent nutzen. Der Aufwand, der in die Verkabelung eines Steh-Sitz-Arbeitsplatzes gesteckt werden muss, ist sicher etwas höher als beim 'Normaltisch'.

Bewegungsmotivation durch sinnvolle Ergänzungen

Eine Stehhilfe (oder ein Stuhl, der diese Funktion mit übernimmt) ist eine optimale Ergänzung des bewegungsergonomischen Arbeitsplatzes. Sie bietet, neben dem Sitzen und Stehen weitere Haltungsvarianten und erhöht die Motivation zum häufigen Wechsel.

Eine flexible, frei bewegliche Fußstütze ist ein weiterer, sehr sinnvoller Baustein des 'bewegten' Arbeitsplatzes. Auch sie vergrößert die Variabilität der Haltungen. Im Sitzen wie im Stehen hält kein Mensch die Beine längere Zeit ruhig, eine Fußstütze unterstützt diesen Bewegungsdrang. Insbesondere im Stehen fördert sie den natürlichen Wechsel zwischen Spiel- und Standbein, aber auch Im Sitzen erleichtert sie den Positionswechsel.

Der bewegte Monitor

Und noch eine weitere - häufig unterschätzte - Dynamikkomponente: Die Verstellung der Monitore. Es mag für Blickrichtung und Sehabstand sinnvolle Richtwerte und Empfehlungen geben (Blickwinkel 25 - 35°, Sehabstand 50 – 90 cm), aber auch für Augen- und Kopfhaltung gilt eben, jede lang andauernde Fixierung ist unangenehm und schädlich. Abwechslung ist optimal.

Gerade bei den neuen 'Flachen' bleiben in der täglichen Büropraxis viele Ergonomie-Chancen ungenutzt. Starre oder mit unzureichenden oder falschen Verstellbereichen versehene Aufstelllösungen werden von den Display-Herstellern mitgeliefert und sind der, meist unbefriedigende, Stand der Dinge. In jedem Fall sollte auf sinnvoll höhenverstellbare, leicht bewegbare und nicht zu hoch bauende Standfüße geachtet werden. Optimal ist ganz sicher ein flexibler, tisch-adaptierter Schwenkarm, der dem Nutzer Verstellspielraum in praktisch allen Dimensionen bietet und zudem die Arbeitsfläche 'befreit'. Auch hier ist spontane und einfache Bedienbarkeit gefragt, da nur so die positive Wechselwirkung mit der Steh-Sitz-Dynamik wirkungsvoll genutzt werden kann.

Fazit

Von der letztlich doch isolierten Betrachtung der Sitzdynamik hin zum ganzheitlichen ergodynamischen Ansatz der viele - möglichst alle - Arbeitsplatzkomponenten einbezieht. Dieser Weg ist aus arbeitsphysiologischer Sicht sicher unbestritten der richtige. Es gilt nun die Kundenunternehmen und Anwender davon zu überzeugen, dass die anfallenden Mehrkosten durch den Nutzen vielfach überkompensiert werden.

Steh-Sitz Arbeitsplätze bieten einen echten Mehrwert:

  1. sie verbessern das körperliche Wohlbefinden bei der Bildschirmarbeit,

  2. sie wirken motivationssteigernd,

  3. sie tragen zur Senkung der Krankheitskosten bei und

  4. sie bieten die große Chance für Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen ihren Mitarbeitern Überdurchschnittliches, mehr als die Erfüllung von Standard-Normen, zu bieten.

Autor:

Dipl.-Ing. Bernd Leuthäusser

Geschäftsführung

Leuwico Büromöbel GmbH

96484 Wiesenfeld-Coburg

Tel. 09566 / 88-0

www.leuwico.com

info@leuwico.com

Dieser Beitrag wurde mit der freundlichen Unterstützung der Leuwico Büromöbel GmbH erstellt: www.leuwico.com

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